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News aus Heide und Umgebung



Integrationskurse helfen beim Einleben
In Dithmarschen zu Hause

HEIDE (pid). Das neue Zuwanderungsgesetz vom 1. Januar 2005 ermöglicht es Ausländern, ihre Deutschkenntnisse vor Ort in besonderen Integrationskursen zu verbessern. Derzeit drücken 96 Männer und Frauen für ein halbes Jahr bei Weiterbildungsträgern in Meldorf und Heide die Schulbank. Auf dem Stundenplan stehen ein Basis- und ein Aufbausprachkurs (je 300 Stunden) sowie ein Orientierungskurs (30 Stunden). Landrat Dr. Jörn Klimant: „Nur wer ausreichende Sprachkenntnisse besitzt und etwas über das Recht, die Geschichte und die Kultur seiner neuen Heimat weiß, fühlt sich in Dithmarschen zu Hause.“

Kernstück des neuen Zuwanderungsgesetzes, das der Bundestag am 30. Juli 2004 beschlossen hat, bilden die neuen Integrationsangebote für Ausländerinnen und Ausländer sowie für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. Landrat Dr. Jörn Klimant: „Hier geht es um gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch war.“ Die aktive Auseinandersetzung mit der Sprache, der Kultur, der Geschichte, mit den politischen Werten der Verfassung, mit der Rechtsordnung und den politischen Institutionen des demokratischen Rechtsstaates fördert den positiven Umgang mit der neuen Lebenswelt.

Soziale Kontakte, Wohnen, Einkaufen, Essen, Trinken, Alltag, Eltern, Behörden, Ausbildung, Arbeit, Freizeit, Natur, Umwelt sind einige wichtige Themen des Basissprachkurses. Sie helfen, die Sprache selbständig zu verwenden. Der Aufbausprachkurs vermittelt Wissen zur Alltagsorientierung. Auf dem Stoffplan stehen: Medien, moderne Informationstechnologien, Gesellschaft, Staat, Kulturen und Weltanschauungen.

Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland werden in den anschließenden 30 Stunden vermittelt. Landrat Dr. Jörn Klimant: „Ziel der Förderkurse ist die soziale und berufliche Integration der Zuwanderer.“

Die Träger der Integrationskurse sind im Kreis Dithmarschen die Deutsche Angestellten-Akademie, Heide, der Verein Volkshochschulen in Dithmarschen, Meldorf, die Volkshochschule Heide sowie die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Meldorf. Koordinierende Aufgaben hat das Diakonische Werk Dithmarschen, Meldorf, übernommen. Durch die enge Zusammenarbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Ausländerbehörde und der anderen beteiligten Stellen ist im Kreis Dithmarschen ein ausreichendes Kursangebot seit April 2005 sicher gestellt.

Vor dem eigentlichen Kursbesuch erfolgt ein Einstufungstest, der wöchentlich von den Integrationskursträgern angeboten wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Kursgruppe beginnen mit dem gleichen Sprachniveau. Für Schülerinnen und Schüler, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen, ist die Kursteilnahme umsonst. Alle anderen beteiligen sich mit einem Euro pro Unterrichtsstunde. Bei den entstehenden Fahrtkosten gibt es durch das Bundesamt sowie das Leistungszentrum Heide beim ÖPNV einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent.


Landrat Dr. Jörn Klimant: „Der Integrationsbedarf im Kreis Dithmarschen ist groß. Auf der Warteliste für die nächsten Kurse stehen jetzt schon 40 Namen. Die Integrationskurse haben die ersten Test bestanden.“


Äktuelles in Heide und Dithmarschen


Medienpädagogik im Kreis Dithmarschen

HEIDE (pid). „Die Medienpädagogik deckt im Kreis Dithmarschen seit mehr als 15 Jahren ein weites Feld ab“, würdigt Landrat Dr. Jörn Klimant das Aufgabenfeld des Geschäftsbereichs Familie, Soziales, Gesundheit. Information, Beratung und Fortbildung gehören beim Dithmarscher Jugendschutzbeauftragten Gerhard Manzke seit 1986 zum täglichen Geschäft. Der Landrat:
„Die Förderung der Medienkompetenz ist zentrale Aufgabe der Jugendhilfe. Medienkompetenz gilt in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft als Schlüsselkompetenz.“

Durch eine Vielzahl von medienpädagogischen Angeboten werden Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte über Gefahren und damit verbundene Folgen rechtzeitig und in geeigneter Weise aufgeklärt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe werden fortlaufend geschult. Malte Spitzer, Leiter des Geschäftsbereichs Familie, Soziales Gesundheit: „Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen Themen, die es gilt, medial zu bearbeiten. Hierbei wird auf Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen zurückgegriffen.“

FIVICO
Seit 1990 organisiert der Kreis die FIVICO (Film, Video und Computer). In der Regel im Herbst (voraussichtlich wieder 2006 unter Finanzierungsvorbehalt) werden Medienwerkstätten (Audio, Video, Multimedia) und Fachveranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren angeboten. FIVICO versteht sich auch als Vernetzungsprojekt in der Region. So wird mit dem Offenen Kanal Westküste, Schnittpunkt e.V., Schulen wie der Meldorfer Gelehrtenschule kooperiert – Förderungen liefen in der Vergangenheit über die Stiftung Jugendmarke, die ULR, das Jugendministerium und private Sponsoren.

Medienabenteuercamp
Seit 1996 findet das Medienabenteuercamp statt. In den vergangenen Jahren haben weit über 300 Kinder einen eigenen Spielfilm unter (semi-)professionellen Bedingungen in Jugendfreizeiteinrichtungen des Nordens gedreht. Das Medienabenteuercamp ist zur Marke geworden; bei Ausschreibung (jeweils im November) vergehen meist nur wenige Wochen bis die 35-Plätze vergeben sind. Der diesjährige Spielfilm, entstanden in Wolfenbüttel, kommt am 19. November 2005 zur Welturaufführung im Kreishaus. 2001 gewann der Mediencampfilm den 1. Preis beim Münchener Kinderfilmfest.

Elternabende
Regelmäßige Elternabende finden zu unterschiedlichen Themen der Medienwelt statt. Das Spektrum ist breit angelegt: „Kind und Fernsehen“, „Chancen und Risiken des Internets“ (unter anderem das Thema Chat), „Handys & more“ oder die Frage „ Wieviel Computer braucht der Kindergarten?“

Fachtagungen und Seminare
Neben den Tagungen im Rahmen der FIVICO werden (meist in Kooperation mit Schnittpunkt e.V.) weitere Fachtagungen und Seminare angeboten. Aktuelle Termine sind: 10. September 2005, Neue Medien in der KiTa in Heide; 9./10. September 2005, Im Westen nichts Neues (best Practice für Schule und Jugendhilfe) in Meldorf (mit der Gelehrtenschule).

Film- und Audioworkshops
Diese Workshops werden zu kind- und jugendrelevanten Themen wie Sucht – Gewalt – Rechtsradikalismus organisiert. Zum Beispiel „ad hoc“ Filmworkshop in einer Förderschule mit Aufgreifen des Themas Gewalt / Umgang miteinander.

Der besondere Film
„Jährlich gibt es eine „herausragende“ Produktion im Rahmen der Medienpädagogik.“ Hier wird ein Film erstellt, der für die weitere pädagogische Arbeit eingesetzt werden kann und soll. Beispiele sind: JAN (Thema „Machen Computerspiele gewalttätig, am Fall Erfurt); MOND-TV (Einstieg in Drogenkonsum); UND ICH HAU DIR EINE REIN (Schülermediation); VERNETZTE PRÄVENTION (Doku eines Modellprojektes).

„Alle Filme stehen in der Kreisbildstelle, die bei themenbezogenen Veranstaltungen eng mit dem Jugendschutz zusammenarbeitet, im Verleih“, sagt der Jugendschutzbeauftragte des Kreises Dithmarschen, der zugleich Länderbeisitzer für Schleswig-Holstein bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist und die Kreisbildstelle bei der Auswahl der Medien berät.

Seiner Meinung nach erfüllt Medienpädagogik um der Medien willen nur bedingt die gesetzlichen Anforderungen. Die vom Gesetzgeber geforderte Kritikfähigkeit setze Analyse, Ästhetik und Erfahrungen in und mit der Gruppe voraus.

Landrat Dr. Jörn Klimant: „Unsere Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren medienpädagogischer Arbeit zeigen, dass der Kreis mit seinen Angeboten einen guten Weg zu den Kindern und Jugendlichen gefunden hat. Es zeigt sich bei jedem Projekt, dass auch Erwachsene immer wieder vom Nachwuchs lernen können.“