Anzeige:
Titel Grafik
   STARTSEITE Heide szene    IMPRESSUM    Werbung bei uns    Email an uns    Weitere Magazine    Artikel suchen    HEIDE von A-Z    Immobilien Markt    ALLE NEWS

Heide aktuell

  HOMEPAGE


Link    Dithmarschen


Text: Presse- und Informationsdienst Kreis Dithmarschen



































Zukunft Meer

Deutschlands erstes Kompetenzzentrum für Blaue Biotechnologie

DITHMARSCHEN/BÜSUM (pid). In Büsum entsteht jetzt Deutschlands erstes Kompetenzzentrum für marine Aquakultur am Meer. Der maritime Raum Dithmarschen an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste zwischen Hamburg und Sylt investiert 4,7 Millionen Euro in sein marines Potenzial. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) in Büsum entsteht auf mehr als 2.500 Quadratmetern Fläche das MariCube, der Wirtschafts- und Wissenschaftspark für Blaue Biotechnologie. Landrat Dr. Jörn Klimant: „Der Kreis Dithmarschen liegt am größten maritimen Nationalpark Europas. Mit dem Konzept der Verbindung von maritimer Wirtschaft und mariner Wissenschaft wird der Kreis zum blauen Biotechnologischen Flaggschiff. Gleichzeitig wird das Nordseeheilbad Büsum zur ersten Adresse maritimer Kompetenz.“

Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand bündeln ihre Kräfte in dem einzigartigen Kompetenzzentrum. Neben den EU-, Bundes- und Landesmitteln steuert der Kreis Dithmarschen 1,6 Millionen Euro eigene Mittel bei. Im MariCube, dem Wirtschafts- und Wissenschaftspark, integriert ist die Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA). Landrat Dr. Jörn Klimant: „Durch das interdisziplinäre Leitprojekt nimmt Dithmarschen als Wirtschaftsstandort mit Hochschulanbindung eine wichtige Vorreiterrolle im Rahmen der Landesinitiative ’Zukunft Meer’ ein.“

In Dithmarschen findet Grundlagenforschung und Wissenstransfer in die Wirtschaft statt. Wissenschaftliches und wirtschaftliches Know-how werden in Büsum verknüpft. Gleichzeitig dient das MariCube als Keimzelle für innovative kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der marinen Biotechnologie, die aufgrund ihrer Ausrichtung Nähe und Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen benötigen. Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau: „Wir bieten den Firmen in unserem Wirtschafts- und Wissenschaftspark MariCube betriebswirtschaftlich optimale Arbeitsbedingungen und eine ideale Infrastruktur in der Metropolregion Hamburg.“

Mittelfristig rechnet Diplom-Volkswirtin Hummel-Manzau mit bis zu 40 bis 45 Arbeitsplätzen in jungen Unternehmen. Damit einher geht eine nationale und internationale Stärkung und Wahrnehmung des Biotechnologiestandorts Büsum.Hummel-Manzau: „MariCube soll Impulse geben, Visionen zur Wirklichkeit verhelfen und dadurch innovative Kräfte in der Region halten und stärken."
Im neuen Wirtschafts- und Wissenschaftspark wird die wirtschaftliche Nutzung im industriellen Maßstab erforscht und bis zur Produktionsreife entwickelt. „Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben und sich im MariCube erweitern oder neu ansiedeln wollen“, sagt Dr. Guido Austen, Geschäftsführer der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH (GMA).

Wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen sollen die Synergieeffekte nutzen. „Wenn uns ein schneller Wissenstransfer von der Forschung in die Anwendung gelingt, können wir in Schleswig-Holstein von diesem Wirtschaftszweig nachhaltig profitieren“, ist sich Dr. Guido Austen sicher. So entsteht zur Erforschung und Entwicklung von geschlossenen Meerwasser-Fischzuchtanlagen bis zum Herbst 2008 in Büsum das Gebäude der GMA, angeschlossen an das MariCube, als ein hochmoderner Gebäudekomplex mit Büros, Laboren und Seminarräumen sowie Lager- und Hallenkapazitäten.

Nach Ansicht des GMA-Geschäftsführers ist die Biotechnologie ein Markt mit Zukunft. „Die Überfischung der Weltmeere ist ja schon heute ein großes Problem“, erklärt Dr. Austen. Daher werde die Produktion in Aquakulturen – also die künstliche Vermehrung und Aufzucht von Fischen, Weichtieren und Krebsen – immer bedeutender.


EU, Bund, Land und Kreis investieren 4,7 Millionen Euro in Dithmarscher Wirtschafts- und Wissenschaftspark


Landrat Dr. Jörn Klimant: „Wenn wir in Schleswig-Holstein davon partizipieren wollen, müssen wir jetzt in Forschung und Entwicklung investieren. Wir stehen bei der Fischzucht heute da, wo wir bei der Rinderzucht vor 12000 Jahren standen. In 20 Jahren stammt jeder zweite Fisch, den wir essen, aus Aquakulturbetrieben.“

Gesellschafter der 2004 gegründeten, nicht kommerziell ausgerichteten GMA sind die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) und die Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb). Mit der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel als Träger des FTZ Westküste kommt ein dritter Gesellschafter dazu. Angestrebt ist eine Kooperation mit Fachhochschulen und Fakultäten wie dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften.

Wissenschaftlicher Leiter der GMA ist Professor Dr. Carsten Schulz: „Mein Ziel ist es, für künftige Forschungsvorhaben hervorragende Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ Seine Professur wird über einen Zeitraum von fünf Jahren von der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein finanziert und ist der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Kiel zugeordnet.

Nach Fertigstellung des neuen Kompetenzzentrums an der Westküste in Dithmarschen sollen sieben Biologen, Ingenieure, Techniker und Laboranten sowie 15 Projektmitarbeiter für die GMA tätig sein. Zwei Planstellen sind für die Verwaltung und den Betrieb des MariCube vorgesehen.

Bau- und betriebstechnisch ist Deutschlands einzigartiges marines Kompetenzzentrum ökologisch ausgerichtet. So werden Kühlung und Erwärmung der beiden geschlossenen Meerwasser-Kreislaufsysteme für Fischzucht über Erdsonden gesteuert. Dr. Austen: „Wir befassen uns nicht nur mit ökologischen und ökonomischen Lösungen, wir leben diese auch.“