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Rückenwind für den Tourismus an der Westküste
Austermann übergibt an Friedrichskoog und St. Peter Förderbescheide über 5,1 Millionen Euro
Kräftiger Aufwind für den Tourismus an der Westküste. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann hat am 20. Dezember gleich zwei Förderbescheide für Tourismusprojekte in der Region übergeben. Die Gemeinden Friedrichskoog und St. Peter-Ording erhielten insgesamt rund 5,1 Millionen Euro aus dem Regionalprogramm 2000 für die Attraktivierung ihrer touristischen Infrastruktur. Die Mittel stammen aus der Ziel 2-Förderung des EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) und der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur".
In Friedrichskoog wird nach den Worten von Austermann mit über 1,4 Millionen Euro der Bau eines Indoorspielangebotes gefördert. Die Gemeinde hatte im vergangenen Jahr das Entwicklungskonzept "Erlebnishafen Friedrichskoog" erarbeitet. Als erste Stufe des Konzeptes ging die Privatisierung des Tourismus-Service mit der Glücksburg Consulting Group hervor. "Mit der Errichtung der Indoorspieleinrichtung wird nun die zweite Stufe des Entwicklungskonzeptes realisiert werden. Die Einrichtung mit dem Themenschwerpunkt 'Meer, Piraten, Abenteuer' soll als wetterunabhängiges, familiengerechtes touristisches Angebot am südlichen Hafenrand erbaut werden", so Austermann. Die äußere Gebäudeform sei sehr markant und einem großen Wal nachempfunden. Die Indoorspielfläche mit rund 1200 Quadratmetern Fläche bietet Familien mit Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren unter anderem folgende Attraktionen: Kletterlabyrinth; Kartbahn; Rutschanlage; Trampolinanlage; Hüpfburgen; Multifunktionssportfeld; Kleinkinderspielbereich. Hinzu kommt ein attraktiver Outdoorbereich mit einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern für zusätzliche Spielangebote, eine Zweigstelle des Tourismus-Services sowie ein Stellplatzbereich mit über 60 Parkplätzen. Es werden jährlich bis zu 70.000 Besucher erwartet. Durch das Indoorspielangebot sollen drei Vollzeitstellen und voraussichtlich drei Teilzeitstellen neu geschaffen werden.
Sobald die Indoorspieleinrichtung realisiert ist, wird die Gemeinde nach eigenen Angaben weitere Investitionen vornehmen. So sollen beispielsweise so eine Fußgängerbrücke über das Sperrwerk, ein naturkundlicher Erlebnispfad ein neuer Infostand der Schutzstation Wattenmeer und Marktstände entstehen. Darüber hinaus ist ein qualitativ hochwertiger Wohnmobilstellplatz geplant Die dritte Stufe sieht die Ansiedlung von Gastronomie und Einzelhandel durch private Investoren vor. Ebenfalls ist ein modernes Feriendorf eines dänischen Investors in Planung.
Austermann: "Da die Gemeinde keinen typischen Ortskern besitzt, kann die geplante Kette von Teilprojekten dazu dienen, den Hafen als Kristallisationspunkt für den gesamten Ort touristisch attraktiver zu gestalten und so das touristische Angebot für die Zielgruppe Familien mit kleineren Kindern bereichern. Dieses Entwicklungskonzept stellt einen relativ innovativen Ansatz für das Land Schleswig-Holstein dar", so der Wirtschaftsminister. "Neben der bereits bestehenden und mit 170.000 Besuchern sehr gut besuchten Seehundstation kann der Standort Friedrichskoog durch die Neuplanungen touristisch aufgewertet werden". Mit dem Vorhaben soll im April 2007 begonnen werden. Die Eröffnung ist noch für Herbst 2007 vorgesehen.
St. Peter-Ording: ERneuerung der Buhne
Weiterhin erhielt die Gemeinde St. Peter-Ording über 3,7 Millionen Euro für die Neugestaltung der Kurpromenade, der Buhne und die Errichtung eines Veranstaltungsgebäudes. Mit dem Geld soll die in den 70er Jahren gebaute Kurpromenade neugestaltet werden. Die Modernisierung wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Als ersten Bauabschnitt hat die Gemeinde bereits mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums im vergangenen Jahr die Erneuerung der Strandbrücke realisiert. Von der Fußgängerzone "Am Kurbad" aus werden zukünftig die Touristen über alleeartig angeordnete Hochstamm-Kiefern, eine linear verlaufende Wasserrinne mit Granitsitzblöcken und ein ausgefeiltes Beleuchtungskonzept zur Promenade und zum Strand geführt. Der Platz zwischen Buhne und Kurpromenade wird abgestuft und mit rotem Klinkerpflaster gestaltet. Kernstück des Entwurfes ist das geplante Holzdeck im Bereich der heutigen Buhne.
Die Promenade wird in unterschiedliche Erlebnisbereiche unterteilt (Klangwelten, Heckenlabyrinth, Wasserwelten und Liegwiese), wobei die verschiedenen Nutzungsräume durch Baumreihen und Geländemodellierungen unterteilt werden.
Mit dem Ziel der Saisonverlängerung und Optimierung des Veranstaltungsbetriebes ist im Rahmen der Umgestaltung der Kurpromenade die Errichtung eines wetterunabhängigen Veranstaltungsgebäudes geplant. Das neu zu errichtende Gebäude liegt im Übergangsbereich von der Buhne zur Promenade. Zukünftig sollen Veranstaltungen der Kurverwaltung in dem geplanten 150 Quadratmeter großen und mit 165 Sitzplätzen ausgestatteten Veranstaltungssaal stattfinden. Mit dem Vorhaben soll im Februar 2007 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Juni 2008 vorgesehen. "St. Peter-Ording ist bereits seit vielen Jahren ein überregionaler Anziehungspunkt. Mit der Neugestaltung der Kurpromenade wird der Ort jedoch zum Aushängeschild für die Westküste Schleswig-Holsteins", sagte Austermann.
Hintergrund-Informationen:
Das Regionalprogramm 2000 bildet in Schleswig-Holstein in der Förderperiode 2000-2006 das Dach für die EU-Förderung nach dem Ziel 2 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Infrastrukturförderung aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie zusätzlichen Landesmitteln. Programmziel ist die Förderung von Wachstum, Innovation und Beschäftigung in strukturschwachen Regionen durch Verbesserung der Standortbedingungen und Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Potenziale.
Die Europäische Union beteiligt sich mit Fördermitteln in Höhe von ca. 269,6 Millionen EURO am Ziel 2-Programm des Landes Schleswig-Holstein in den Jahren 2000 - 2006. Das Ziel 2 der EU-Strukturfonds fördert die wirtschaftliche und soziale Umstellung der Gebiete mit Strukturproblemen und wird in Schleswig-Holstein aus dem EFRE mit ca. 231,5 Millionen EURO sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit ca. 38,1 Millionen EURO unterstützt.