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Ein Beitrag zur Völkerverständigung in Europa
10 Jahre Städtefreundschaft mit Nowogard
Heide (hps) Nachdem bereits 1988 die ersten Kontakte mit der polnischen Stadt Nowogard, dem ehemaligen Naugard in Pommern, stattgefunden haben, wurde am 30. Mai 1996 die offizielle Städtefreundschaft zwischen Heide und Nowogard auf unbestimmte Zeit geschlossen. Daher hat sich am vergangenen Wochenende unter der Leitung von Bürgermeister Ulf Stecher sowie Bürgervorsteher Olof Paulsen eine stattliche Delegation per Bus auf den Weg nach Nowogard gemacht, um das 10-jährige Jubiläum der Freundschaft der beiden Städte gebührend zu würdigen. Zur Heider Abordnung gehörte auch der Ehrenbürger Reinhard Woelk, der sich neben Margrit Schlegel, der Vorsitzenden des Heimatvereins Naugard, hohe Verdienste für die Bemühungen im Rahmen der Städtefreundschaft sowie der Völkerverständigung erworben hat.
Nach einer Fahrtzeit von rund acht Stunden erfolgte die wohlbehaltene Ankunft in der Europäischen Akademie, einem ehemaligen Gut Philipp von Bismarcks, in Kulice, wo die Teilnehmer vom Nowogarder Bürgermeister Kazimierz Ziemba, Bürgervorsteher Stanislaw Kazuba sowie der Hausherrin, Lisaweta von Zitzewitz, herzlich begrüßt wurden. Nach der Quartierbelegung standen Vorträge zur geschichtlichen Entwicklung von Naugard, Nowogard und Heide sowie der Europäischen Akademie in Kulice, dem ehemaligen Külz, auf dem Programm. Tags darauf wurde zunächst im Kulturzentrum in Nowogard eine Fotoausstellung über die bisherige Zusammenarbeit der beiden Städte eröffnet.
Dann wurde in einer mehr-stündigen Sitzung des Stadtrates von Nowogard die abgeschlossene Zusammen-arbeit feierlich bekräftigt. Die Vertreter der Stadt Heide sehen dies als einen Beitrag für Frieden und Freiheit sowie ein freundschaftliches Miteinander der beiden Städte und Nationen in einem vereinten Europa an. Die Festredner, insbesondere Reinhard Woelk und Margrit Schlegel betonten, dass der deutsch-polnische Vertrag vom Juni 1991 für gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit die Grundlage für die bestehende Freundschaft bot. Insgesamt sollen Vorurteile überwunden und historische Tatbestände objektiviert werden.
Mit der Erweiterung der Europäischen Union durch den Beitritt Polens im Jahre 2004 ist die Chance für einen neuen Integrationsprozess verbunden, um neue Brücken zu bauen. Als Gastgeschenk überreichten Bürgermeister Ulf Stecher und Bürgervorsteher Olof Paulsen einen beachtlichen Wasserturm, der eigens von den Stadtwerken für diesen Anlass gefertigt wurde. Am Ende der Sitzung standen beeindruckende Auftritte der Tanzgruppe des Nowogarder Kulturzentrums, die von den Anwesenden mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurden. Der sich anschließende Stadtspaziergang mit der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten endete mit einer gemeinsamen Kaffee-tafel. Dort wurden die Teilnehmer von den polnischen Gastgebern mit einer von den Stadtwappen gezierten Torte überrascht.
Zum Tagesausklang stand ein Grillabend in einer Försterei in Biebrowek auf dem Programm, wo die alten und neuen Verbindungen weiter gefestigt wurden. Am Samstagmorgen erfolgte die Verabschiedung der Teilnehmer im Sitzungssaal im Rathaus von Nowogard. Bürgervorsteher Olof Paulsen bedankte sich dabei im Namen aller Teilnehmer für die überaus herzliche Aufnahme und die große Gastfreundschaft der polnischen Gastgeber und Freunde in Nowogard. Mit vielen neuen positiven Eindrücken, Erfahrungen und Freundschaften trat die Heider Delegation dann die Rückreise an. Das nächste Treffen mit Vertretern aus Nowogard erfolgt im Juli beim nächsten "Heider Marktfrieden".
Alle Fotos: Stadt Heide