Kreis Dithmarschen errichtet in Büsum Keimzelle für BlueBio Tech direkt am Meer
Mit mariCUBE Zukunft Meer erfolgreich eingeläutet
Start für Deutschlands erstes Kompetenzzentrum für marine Aquakultur am Meer: Mit einer Eigenbeteiligung von 773.000 Euro für das Gründer- und Technologiezentrum mariCUBE in Büsum hat der Kreis Dithmarschen jetzt die Zukunft Meer erfolgreich eingeläutet. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) entsteht zusammen mit der Forschungs- und Versuchsanlage, die von der Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) betrieben wird, Schleswig-Holsteins erster Wirtschafts- und Wissenschaftspark. Hier in der Metropolregion Hamburg wächst, so Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant, der erste Wirtschafts- und Wissenschaftspark Schleswig-Holsteins heran.
Das Nutzungspotenzial der blauen Biotechnologie ist beträchtlich. Sie spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren, die sie für einen bestimmten Prozess nutzbar macht, für Medikamente etwa, Kosmetika oder Lebensmittel. Die Branche, die sich mit den biologischen Organismen im Meer und dem komplexen marinen Ökosystem befasst, gilt als Wachstumsbranche, Hoffnungsträger und Impulsgeber für andere Branchen.
„Zielgruppe sind junge Unternehmen aus dem Bereich der marinen Biotechnologie und deren Umfeld, die eng mit der Wissenschaft verflochten sind“, sagte Karin Wiedemann, Aufsichtsratsvorsitzende der mit der Dithmarscher Wirtschaftsförderung betrauten egeb in Brunsbüttel. Das mariCUBE soll das notwendige Umfeld schaffen, um Existenzgründungen, vor allem aus dem Hochschul- und Forschungsbereich, zu fördern.
Aufgrund seiner geografischen Lage und seinen traditionellen Stärken gehört der Kreis Dithmarschen zu den für die Meeresforschung prädestinierten Regionen in Schleswig-Holstein. Landrat Dr. Jörn Klimant: "Die Allianz zwischen Büsum und dem bundesweit einmaligen Kompetenzzentrum für marine Aquakultur passt harmonisch in die Forschungslandschaft."
Landrat Dr. Jörn Klimant gibt Startschuss für zukunftsfähige Technologie
Wie sich Schicht um Schicht um einen Perlmuttkern bildet, der in eine Muschel eingepflanzt wurde, die als Keimzelle für die spätere Perle dient, sagt mariCUBE Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau, werden sich um diesen Kern bald schon neue Unternehmen bilden. Dabei ist die Geschäftsführerin des Centrums für Angewandte Technologien (CAT) in Meldorf - gleichfalls Gründungszentrum des Kreises Dithmarschen - mit kleinen und mittleren Unternehmen im Gespräch. Sie schätzen die Nähe und Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen sowie die unmittelbare Nachbarschaft zum Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ). Die Diplom-Volkswirtin rechnet mittelfristig mit der Schaffung von 45 neuen Arbeitsplätzen.
Für Landrat Dr. Jörn Klimant hat das mariCUBE als Zukunftsprojekt an der Westküste Flaggschiff-Charakter für die ganze Region: "Büsum wird sich als optimaler Standort gerade für junge Unternehmen erweisen, die als Pioniere den direkten kompetenten Austausch von wissenschaftlichem und wirtschaftlichen Know-how in diesem Forum für Wissenschaft, Forschung und angewandte Technologie suchen und schätzen." Damit verbunden ist auch eine nationale und internationale Stärkung und Wahrnehmung des Biotechnologiestandorts Büsum.
Mit dem Bau des 3,1 Millionen Euro teuren Gründerzentrums wurde im September 2007 gestartet. Der Kreis Dithmarschen als Träger der Einrichtung beteiligt sich neben dem Land Schleswig-Holstein und der Europäischen Union mit 773.000 Euro. Im mariCube stehen Existenzgründern und Jungunternehmen alles in allem 1.200 Quadratmeter Büro-, Labor- und Hallenflächen zur Verfügung. Zuständig für den Bau ist der Architekt Kurt Wittrock aus Brunsbüttel.
Für Dr. Hans-Jürgen Hett, Geschäftsführer der "egeb: Wirtschaftsförderung", ist das Gründerzentrum ein Schritt in die Zukunft, um die Ressourcen vor Ort verstärkt für die Wirtschaft zu nutzen. Geschäftsführer Dr. Hett, Mitinitiator des Projektes Kompetenzzentrum für marine Aquakultur am Meer: "Das mariCUBE hilft, noch nicht erschlossene Potenziale unterhalb des Meeresspiegels zu finden, zu erforschen und als Produkt schneller zur Marktreife zu entwickeln. Darüber hinaus aktiviert das Gründerzentrum wissensorientierte Technologie aus der Region für die Region."
Der Kreis Dithmarschen freut sich, dass mariCUBE mit der BlueBio Tech GmbH - sie beschäftigt sich mit der Mikroalgenbiotechnologie - den ersten Mieter gewonnen hat. "Mit weiteren Interessenten aus Norddeutschland", so die Diplom-Volkswirtin Martina Hummel-Manzau, "stehen wir in Verhandlung." Geboten werden sehr individuelle Rahmenbedingungen, die auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten sind, erklärt die Geschäftsführerin die Vorteile des jüngsten Gründerzentrums im Land: "Das MariCUBE gibt Impulse, hält innovative Kräfte in der Region und stärkt sie nachhaltig."